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ANC verliert Kommunalwahlen in Südafrika: Mandelas Partei stürzt auf Rekordtief
Bei den Kommunalwahlen 2026 kommt die einstige Mandela-Partei ANC nur noch auf rund 31 Prozent der Stimmen und verliert damit die Mehrheit in sechs von acht Metropolregionen.
Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) hat bei den Kommunalwahlen in Südafrika sein bisher schlechtestes Ergebnis seit der Demokratisierung 1994 eingefahren. Nach Angaben der Wahlkommission kam die Partei landesweit auf einen Stimmenanteil von 30,95 Prozent. Die Democratic Alliance (DA) erreichte rund 24,56 Prozent und liegt in den meisten der acht Großstadtregionen auf Platz eins.
Ergebnis der Wahl
Der ANC verlor die Mehrheit in sechs der acht Metropolregionen. Die amtlichen Endergebnisse werden am Sonntag, den 8. November 2026, veröffentlicht.
Historischer Vergleich
Bei der vorherigen Kommunalwahl 2021 hatte der ANC noch 45,5 Prozent erreicht. Bei den ersten freien Kommunalwahlen 1995 holte die Partei von Nelson Mandela noch über 58 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist 2026 gegenüber 2021 deutlich gestiegen.
Schon bei den Parlamentswahlen 2024 hatte der ANC erstmals die absolute Mehrheit verloren. Die Partei bildete daraufhin eine Regierung der Nationalen Einheit mit allen im Parlament vertretenen Parteien, die das Land seither regiert.
Gründe für Verluste
Als Gründe für die Wählerabwendung gelten hohe Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Korruption und ein dysfunktionaler Dienstleistungssektor. ANC-Funktionär Gwede Mantashe begründete den Stimmenrückgang mit einer Rekordzahl antretender Parteien bei dieser Wahl.
Die 2024 von Expräsident Jacob Zuma gegründete Partei MK erreichte über 9 Prozent der Stimmen und behauptete damit den dritten Platz. Die MK dominiert die Provinz KwaZulu-Natal und könnte dem ANC dort die Großstadtregion Ethekwini abnehmen.
Folgen für die Koalition
Der ANC war über 30 Jahre die dominierende Kraft in der südafrikanischen Politik und führte das Land 1994 unter Mandela in die Demokratie. In dem Land mit rund 65 Millionen Einwohnern stellt sich nun die Frage, wie stabil die seit 2024 bestehende Regierung der Nationalen Einheit nach diesem Ergebnis bleibt.
Die DA konnte ihren Stimmenanteil von 21 auf 24 Prozent steigern und dürfte in den meisten Großstadtregionen künftig den Ton angeben.
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