EU-Kommission plant höhere Tabaksteuer: Was das für Raucher in Österreich bedeuten könnte
Der Bundesverband der Tabakwirtschaft befürchtet, dass ein kleinerer Preisabstand zu Markenzigaretten den Schwarzmarkt stärkt, sollte die Steuer wie geplant steigen.

Die Europäische Kommission will die Mindeststeuer auf Tabakprodukte deutlich anheben, wodurch auch österreichische Raucherinnen und Raucher langfristig mit steigenden Zigarettenpreisen rechnen müssen.
Parallel dazu beschließt Deutschland eine eigene Steuererhöhung, die den Packungspreis dort bis 2030 auf durchschnittlich 11,78 Euro treiben soll. Über die Höhe künftiger Zigarettenpreise in Österreich selbst liegen bislang keine konkreten Zahlen vor.
Die Pläne aus Brüssel
Brüssel plant, die Mindestabgabe auf Zigaretten von bisher 90 Euro auf 215 Euro pro 1.000 Stück zu verdoppeln. Bei Feinschnitt- und Drehtabak soll die Mindeststeuer von 60 auf ebenfalls 215 Euro pro Kilogramm steigen. Ziel der Kommission ist eine deutliche Reduzierung des Tabakkonsums in Europa. Der Vorschlag muss jedoch noch von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament gebilligt werden, der Entscheidungsprozess gilt als offen.
Deutschland geht voran
Der Finanzausschuss des Bundestags hat bereits eine eigene Gesetzesnovelle zur Erhöhung der Tabaksteuer gebilligt. Eine Schachtel mit 20 Zigaretten würde demnach von aktuell 8,05 Euro über 9,10 Euro im Jahr 2027 und 9,91 Euro in 2028 bis auf 10,81 Euro im Jahr 2029 klettern.
Bis 2030 könnten Markenzigaretten laut der deutschen Planung sogar bis zu 14 Euro kosten. Auch Feinschnitttabak wird teurer: Eine 30-Gramm-Packung soll 2027 gut 8 Euro kosten, 2030 mehr als 12 Euro.
Warum die Politik höhere Preise will
In Berlin verweist man zur Begründung der Steuerpläne sowohl auf die Sanierung des Staatshaushalts als auch auf gesundheitspolitische Ziele. Im Jahr 2025 nahm der Bund 17,6 Milliarden Euro an Tabaksteuer ein; für 2027 rechnet man mit 1,5 Milliarden Euro zusätzlich, für 2030 mit rund 4,5 Milliarden Euro mehr.
Aus Sicht des Deutschen Krebsforschungszentrums zählt eine höhere Tabaksteuer zu den wirksamsten einzelnen Hebeln, um vom Rauchen abzuhalten; die Einrichtung verweist dabei auf etwa 131.000 Todesfälle im Jahr 2023, die auf tabakbedingte Erkrankungen zurückgehen. Nach dem Mikrozensus 2025 rauchen 19 % der Menschen ab 15 Jahren, davon 14 % regelmäßig und jeder Zwanzigste gelegentlich.
Sorge vor dem Schwarzmarkt
Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie warnt, dass ein schrumpfender Preisunterschied zu fertigen Zigaretten Konsumenten eher zu illegaler Ware oder zum Kauf jenseits der Grenze greifen lassen könnte.
Nach Schätzung des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse ist bereits heute jede fünfte in Deutschland gerauchte Zigarette unversteuert. Der aktuelle Mindestpreis für eine Packung liegt laut dem Verband bei etwa 8,50 Euro, ein 30-Gramm-Päckchen Drehtabak kostet rund 10 Euro und könnte nach Branchenschätzung auf über 18 Euro steigen.





