20.000 Motorräder pro Jahr: KTM baut Produktion in Brasilien massiv aus
Mit einer neuen Fabrik in Manaus will KTM den südamerikanischen Markt erobern – investiert werden rund 20 Millionen brasilianische Real.

Der österreichische Motorradhersteller KTM hat in Manaus im brasilianischen Bundesstaat Amazonas eine eigene Fabrik eröffnet. Die Anlage soll künftig bis zu 20.000 Motorräder pro Jahr produzieren und markiert damit einen wichtigen Schritt der KTM-Expansion in Brasilien. Für den heimischen Konzern ist das Werk ein weiteres Standbein außerhalb Europas.
Die neue Fabrik beschäftigt nach Unternehmensangaben 100 Personen direkt und indirekt. Sie ist ausschließlich für die Marken KTM und Husqvarna bestimmt und arbeitet damit getrennt von einer benachbarten Fertigungsstätte, die der indische Partner Bajaj in Manaus betreibt.
Wer künftig das Geschäft in Brasilien führt
Seit Juni 2026 liegt die kommerzielle Leitung des KTM- und Husqvarna-Geschäfts in Brasilien bei Bajaj do Brasil. Bajaj verantwortet demnach Verkauf, Marketing, Ersatzteilversorgung, Service und den Ausbau des Vertriebsnetzes. Die neue Fabrik in Manaus bleibt davon strukturell unabhängig.
KTM ist in Brasilien kein Neuling: Der Hersteller ist bereits seit 1994 im Land tätig. Seit 2016 montierte KTM Motorräder in Manaus gemeinsam mit dem Partner Dafra Motos. Mit der neuen eigenen Fabrik endet diese Zusammenarbeit.
Wie die Produktion anläuft
Die Fabrik nutzt das sogenannte CKD-Verfahren: Die Motorräder kommen zerlegt an und werden vor Ort montiert, lackiert, geprüft und verpackt.
Für das laufende Jahr 2026 plant KTM die Produktion von 3.500 Motorrädern. Insgesamt zehn Modelle aus den Bereichen Motocross, Enduro und Adventure sollen in Manaus entstehen. Dazu zählen die KTM 250 SX-F und 450 SX-F im Motocross-Segment sowie sechs Enduro-Modelle, darunter KTM 250 EXC-F und Husqvarna FE 350.
Was Käufer in Brasilien jetzt wissen müssen
Besonders im Fokus stehen die neuen Adventure-Modelle KTM 390 Adventure R und 390 Adventure X, die bereits im August dem brasilianischen Markt vorgestellt wurden. Ab Oktober sollen sie bei Händlern verfügbar sein.
- Die KTM 390 Adventure R kostet laut empfohlenem Verkaufspreis 37.990 brasilianische Real.
- Die KTM 390 Adventure X ist für 33.990 brasilianische Real vorgesehen.
- Beide Modelle verfügen über einen Einzylinder-Motor mit 398,7 Kubikzentimeter Hubraum.
- Für die Errichtung der Fabrik investierte KTM rund 20 Millionen brasilianische Real.
- Finanzvorständin Petra Preining erläutert, dass die Anlage für künftige Kapazitätserweiterungen ausgelegt ist.
Wie es mit der Expansion weitergeht
Für das Jahr 2027 peilt KTM eine Steigerung der Produktion auf rund 6.000 Einheiten an, bevor die volle Jahreskapazität erreicht werden soll. Parallel dazu soll auch das Händlernetz wachsen: Derzeit gibt es in Brasilien zwölf autorisierte KTM-Standorte, bis 2027 sollen es 30 werden.
Für Fans und Kunden der Marke in Österreich bedeutet das vor allem eines: KTM setzt verstärkt auf Märkte außerhalb Europas, um neue Wachstumsquellen zu erschließen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.


