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KV-Verhandlungen in Österreich: Was die Lohnerhöhungen 2026 für den Alltag bedeuten

Mehrere Branchen in Österreich haben ihre Kollektivverträge 2026 neu verhandelt – die Erhöhungen reichen von unter zwei bis über fünf Prozent.

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Mehrere bedeutende Wirtschaftssektoren in Österreich haben ihre Tarifverträge für das Jahr 2026 fixiert. Laut den aktuellen Daten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) fallen die Lohn- und Gehaltsanpassungen je nach Branche sehr divers aus. Für die Arbeitnehmer bedeutet das konkret: In der Metallindustrie tritt ab November die nächste Stufe des vereinbarten Zweijahresabschlusses in Kraft, während Angestellte und Arbeiter in der chemischen Industrie eine Anpassung erhalten, die durch einen garantierten Sockelbetrag besonders kleineren Einkommen zugutekommt.

Inwieweit die Einkommen im Jahr 2029 steigen werden, lässt sich aus den aktuellen Ergebnissen nicht über einen Kamm scheren. Da die Kollektivvertragsverhandlungen im jährlichen oder zweijährlichen Rhythmus stattfinden, existieren für 2029 derzeit keine fundierten Langzeitprognosen. Dennoch verdeutlichen die jetzigen Abschlüsse bereits, welche Berufsgruppen aktuell profitieren und innerhalb welcher wirtschaftlichen Spielräume sich die kommenden Verhandlungsrunden bewegen werden.

Wen die aktuellen Erhöhungen betreffen

In der Metallindustrie wird ab November die zweite Phase des vereinbarten Zweijahresabschlusses wirksam. Die Ist-Löhne und Ist-Gehälter klettern dabei um 1,9 Prozent nach oben, während die Mindestgehälter laut Kollektivvertrag ein Plus von 2,1 Prozent verzeichnen.

In der Elektro- und Elektronikindustrie, die laut Gewerkschaftsangaben rund 60.000 Arbeitskräfte umfasst, gelten die neuen Tarifstrukturen rückwirkend ab dem 1. Mai. Die Mindestlöhne und -gehälter erhöhen sich dort um glatte 3 Prozent, während die Ist-Bezüge durch eine Kombination aus Prozentwert und Festbetrag um bis zu 2,7 Prozent angehoben werden.

Spürbare Anpassungen gibt es auch im Tourismussektor: Für die rund 250.000 Angestellten in der Hotellerie und Gastronomie steigen die Einkommen seit Oktober um durchschnittlich 3,02 Prozent. Auszubildende in diesem Bereich profitieren von einem durchschnittlichen Zuwachs von 3,44 Prozent. Besonders deutlich fällt das Plus für Beschäftigte in der Lohngruppe 5 aus, bei der die Bezüge um exakt 3,48 Prozent angehoben werden.

Wo die Lohnanpassungen moderater oder gestaffelt ausfallen

Nicht in allen Wirtschaftsbereichen schlagen sich die Erhöhungen gleichförmig nieder. In der chemischen Industrie steigen die Ist-Bezüge um 1,8 Prozent, wobei ein Mindestbetrag von 100 Euro pro Mitarbeiter garantiert wird. Ergänzend dazu sieht die Vereinbarung entweder eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro oder einen zusätzlichen freien Tag vor, während die kollektivvertraglichen Mindesttarife um 1,9 Prozent angehoben werden.

Ein moderates Wachstum verzeichnen auch kleinere Industriesektoren: In der Glasindustrie, die rund 7.500 Beschäftigte zählt, erhöhen sich die Mindesttarife sowie die Lehrlingsentschädigungen rückwirkend ab Juni um 2,4 Prozent. Die Papierindustrie meldet für ihre Mindestlöhne rückwirkend ab Mai ein identisches Plus von 2,4 Prozent.

Einen markanten Ausreißer nach oben gibt es hingegen im Dienstleistungssektor der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure: Hier klettern die kollektivvertraglichen Tarife seit Juli um deutliche 5,1 Prozent, wodurch der monatliche Einstiegslohn für ungelernte Hilfskräfte erstmals die Schwelle von 2.000 Euro erreicht.

  • Metallindustrie: Ist-Löhne plus 1,9 %, Mindestentgelte plus 2,1 %.
  • Tourismus: rund 250.000 Beschäftigte mit durchschnittlich plus 3,02 %.
  • Elektro- und Elektronikindustrie: rund 60.000 Beschäftigte mit plus 3 % bei Mindestlöhnen.
  • Fußpflege, Kosmetik und Massage: plus 5,1 %, Einstiegslohn erstmals 2.000 Euro.

Was die Entwicklung im Nachbarland zeigt

Zur Einordnung lohnt ein Blick auf Deutschland, wo die Lohnentwicklung ausführlicher dokumentiert ist. Dort erreichten die Effektivverdienste 2023 mit 6,4 Prozent die höchste Wachstumsrate seit 1991, wie die Deutsche Bundesbank mitteilt. Von Januar bis August 2024 stiegen die Tarifverdienste demnach im Schnitt um 6,2 Prozent – deutlich mehr als der langfristige Mittelwert von 2,6 Prozentpunkten pro Jahr zwischen 1991 und 2023.

Die Bundesbank geht davon aus, dass sich das Lohnwachstum im letzten Quartal 2025 auf etwa 4 Prozent abschwächen dürfte. Demnach haben Löhne in Ländern wie Österreich, Spanien, Griechenland und Belgien bereits zu den gestiegenen Preisen aufgeschlossen, während in Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden die Reallohnverluste der Inflationsphase noch nicht vollständig ausgeglichen waren.

Wie es für Beschäftigte weitergeht

Für Beschäftigte in Österreich bedeuten die laufenden KV-Abschlüsse zunächst spürbare, aber je nach Branche sehr unterschiedliche Lohnsteigerungen. Wer wissen will, wie viel mehr Geld am Monatsende ankommt, sollte den eigenen Kollektivvertrag und den Zeitpunkt des Inkrafttretens prüfen – viele Erhöhungen gelten rückwirkend ab Mai oder treten erst im Herbst in Kraft.

Langfristige Aussagen über die Lohnentwicklung bis 2029 lassen die aktuellen Daten nicht zu. Die nächsten KV-Verhandlungsrunden in den einzelnen Branchen werden zeigen, ob sich das Muster aus 2026 fortsetzt oder ob einzelne Branchen stärker nachziehen.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.

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