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Schutzwohnungen für Mädchen: Zürcher Modell von 1994 zeigt Wirkung bis heute

Eine Tagesunterkunft in Zürich bot 1994 drogenabhängigen Frauen erstmals einen sicheren Rückzugsort – heute setzen auch deutsche Städte auf ähnliche Schutzwohnungen für Mädchen und Frauen.

Symbolbild, KI-erzeugt
Symbolbild, KI-erzeugt · Symbolbild, KI-erzeugt

In Zürich richtete die Organisation WochenKlausur im Jahr 1994 eine Tagesunterkunft für drogenabhängige Frauen ein, die ihren Konsum über Sexarbeit finanzierten. Das Projekt lief acht Wochen und sollte zeigen, wie dringend Schutzwohnungen für Mädchen und Frauen aus der Drogenszene gebraucht werden. Zuvor hatte Zürich Sozialleistungen auch für diese Frauen gekürzt.

Die bestehenden Notquartiere der Stadt waren damals nur nachts geöffnet. Tagsüber blieben viele der betroffenen Frauen ohne Unterkunft und schliefen in Parks, Trams oder öffentlichen Toilettenanlagen. Sie waren dabei der Gewalt und Erniedrigung durch Zuhälter, Freier und Dealer ausgesetzt.

Ein Boot als erste Zuflucht

Als Zwischenlösung ließ WochenKlausur ein Boot auf dem Wasser einsetzen. Es fuhr innerhalb von zwei Wochen insgesamt 15 Mal mit jeweils vier Personen an Bord. Insgesamt nahmen 60 Personen an den Fahrten teil, bevor eine dauerhafte Lösung an Land folgte.

Diese dauerhafte Lösung war eine Frauenpension mit 30 Betten. Stadt, Kanton und das Bundesamt für Gesundheitswesen übernahmen zwei Drittel der Betriebskosten, ein Drittel trugen Stiftungen bei. Rechte Parteien hatten die liberale Drogenpolitik der Schweiz schon vor der Eröffnung kritisiert.

Sechs Jahre Betrieb, dann das Aus

Die Frauenpension bot sechs Jahre lang Unterkunft, bevor sich die Stadt Zürich aus der Finanzierungsvereinbarung zurückzog. Danach musste die Einrichtung schließen. Das Projekt gilt bis heute als frühes Beispiel dafür, wie Schutzwohnungen für Frauen und Mädchen aus der Drogenszene organisiert werden können.

Nürnberg bündelt heute mehrere Hilfsangebote

In Deutschland bietet der Verein mudra Jugend- und Drogenhilfe in Nürnberg ambulante und stationäre Angebote in Kinder- und Jugendhilfe, Prävention, Drogenhilfe, Familienhilfe und Migrationsarbeit an. Ein gemeinnütziger Verein konzipiert dort zudem Hilfsangebote speziell für Frauen und weibliche Angehörige von Drogenabhängigen sowie für deren Kinder.

Auch die Stadtmission Nürnberg, ein Wohlfahrtsverbund der Diakonie und der Evangelischen Kirche in Bayern, bietet Kinder-, Jugend- und Familienarbeit sowie psychosoziale Beratungsdienste an. Der Verein Hängematte wiederum richtet sich an Frauen und Männer, die illegale Drogen konsumieren und obdachlos sind, und bietet Angebote für Menschen mit langer Suchtkarriere oder Erfahrung in der Wohnungslosenszene.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.

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