Zum Inhalt springen

Ganz Österreich · Österreich

Italiens Außenminister Tajani: Prorussische Hacker stellen ihn im Darknet bloß

Persönliche Daten von Außenminister Antonio Tajani kursieren seit mindestens zwei Wochen im Darknet, dort werden sie auch zum Kauf angeboten.

Verantwortliche Person: Lena Sommer
Ein dunkler Schreibtisch mit leuchtendem Laptop symbolisiert den Darknet-Vorfall rund um Außenminister Tajani – Foto: madartzgraphics / Pixabay
Foto: madartzgraphics / Pixabay

Persönliche Daten des italienischen Außenministers Antonio Tajani sind im Darknet aufgetaucht. Verantwortlich dafür ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rom die prorussische Hackergruppe Noname057(16). Neben Tajani wurden auch Daten des römischen Oberstaatsanwalts Lo Voi und des Polizeiführers Gabrielli veröffentlicht.

Die Täter bieten weitere Informationen zu allen drei Personen gegen Bezahlung an. Diese Angebote bestehen bereits seit mindestens zwei Wochen. Die Staatsanwaltschaft Rom hat Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen.

Wen es trifft

Betroffen sind ausschließlich hochrangige Vertreter des italienischen Staates: der Chefdiplomat Tajani, ein führender Staatsanwalt und ein hoher Polizeibeamter. Tajani räumte öffentlich ein, dass Angreifer private Informationen über ihn und Mitglieder seiner Familie im Darknet veröffentlicht hätten.

Die Hintergründe

Die Gruppierung Noname057(16) formierte sich bereits 2022 und machte wenige Wochen nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine, im März jenes Jahres, erstmals öffentlich auf sich aufmerksam. Die Gruppe greift vor allem Staaten und Institutionen an, die die Ukraine unterstützen, und hat bereits wiederholt italienische sowie andere europäische Ziele attackiert.

Was Tajani dazu sagt

Tajani erklärte, sich von den Aktivitäten der Hacker nicht einschüchtern zu lassen. Er kündigte an, sein Ministerium und Italien weiterhin zu verteidigen. Als Grund für die Attacke sieht der Außenminister seine Haltung im Ukraine-Konflikt. Die klare Unterstützung für die Freiheit eines souveränen Staates, für Demokratie und Unabhängigkeit sei angesichts solcher kriminellen Gruppen gefährlich, so Tajani.

Letzter Stand der Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Rom führt die Ermittlungen zu dem Datenleck fort.

Ähnliche Berichte