EZB-Nachfolge: Warum Deutschland noch ohne Kandidaten dasteht
Mit Klaas Knot und Pablo Hernández de Cos stehen bereits zwei Bewerber für die EZB-Spitze fest, Deutschland hat bislang niemanden nominiert.
Christine Lagarde beendet ihr Amt als EZB-Präsidentin am 7. Februar 2027. Für ihre Nachfolge haben sich bis zur Bewerbungsfrist am Freitag dieser Woche zwei Kandidaten gemeldet. Deutschland hat bis zu diesem Zeitpunkt keine eigene Nominierung eingereicht.
Die Entscheidung über die EZB-Spitze fällt letztlich bei den Staats- und Regierungschefs der EU, die sich dabei auf eine Empfehlung der Eurozonen-Mitgliedstaaten stützen. Am Montag, den 9. November 2026, kommt die Eurogruppe zusammen, um eine erste Bestandsaufnahme der Bewerbungen vorzunehmen.
Wer bewirbt sich um die Nachfolge?
Die Niederlande kündigten bereits am Mittwoch dieser Woche öffentlich an, den früheren Chef ihrer Zentralbank, Klaas Knot, für den Posten zu nominieren. Spanien schickte Pablo Hernández de Cos ins Rennen, der aktuell als Präsident der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich tätig ist. Beide Bewerber gelten als chancenreich für die Nachfolge Lagardes.
Neben der Präsidentschaft werden im kommenden Jahr weitere wichtige Posten in der EZB-Führung frei. Sowohl Isabel Schnabel als auch Philip R. Lane, der amtierende Chefökonom der Notenbank, verlassen die EZB im Laufe des Jahres 2027. Auf europäischer Ebene zeichnet sich deshalb ab, dass mehrere Positionen gemeinsam als Personalpaket verhandelt werden.
Warum hat Deutschland noch keinen Kandidaten?
Die Bundesregierung teilte mit, dass intern weiterhin Beratungen zur Neubesetzung laufen. Nach ihren Angaben könnten die Einreichungsfristen für Nominierungen noch verlängert werden, sodass ein deutscher Kandidat trotz der bereits verstrichenen Frist nicht ausgeschlossen ist.
Finanzminister Lars Klingbeil erklärte, Deutschland wolle sein Gewicht als größter Staat im Euroraum bei der Neubesetzung der EZB-Führung einbringen. Ziel sei eine breit getragene und verantwortungsvolle Besetzung der Spitze der Notenbank.
Wie geht es mit der Nachfolge weiter?
Mit dem Treffen der Eurogruppe am Montag beginnt die eigentliche politische Abstimmung über die Nachfolge. Ob Deutschland bis dahin oder in einer verlängerten Frist noch einen eigenen Kandidaten präsentiert, ist nach den Angaben der Bundesregierung derzeit offen.
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