Niederösterreich · Jobs & Gehalt
Ältere Arbeitnehmer in Niederösterreich: Warum Erfahrung am Arbeitsmarkt wieder zählt
In Niederösterreich sind 17.090 Menschen über 50 Jahren arbeitslos gemeldet, ein Plus von 8,4 % zum Vorjahr. Betriebe wie die Erlebnisgärtnerei Schiltern setzen dennoch gezielt auf ältere Arbeitnehmer.
Ende Oktober 2026 wuchs die Zahl älterer Arbeitnehmer über 50 Jahren, die in Niederösterreich beim AMS arbeitslos gemeldet waren, um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit stieg die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe stärker als im Durchschnitt aller Altersgruppen. Gleichzeitig zeigen Betriebe wie die Erlebnisgärtnerei Schiltern, dass Berufserfahrung am Arbeitsmarkt gefragt bleibt.
Insgesamt waren Ende Oktober 2026 in Niederösterreich 46.507 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt, nach Angaben des AMS Niederösterreich ein Plus von 6,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag bei knapp einem Fünfzehntel der Erwerbspersonen und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Österreichweit stieg die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum nur um 1,3 % auf eine Quote von 7,3 %.
Wie stark trifft es Frauen über 50?
Innerhalb der Altersgruppe ab 50 Jahren traf der Anstieg Frauen besonders deutlich: Ihre Arbeitslosigkeit wuchs laut AMS Niederösterreich um knapp jeder neunte Fall mehr als im Vorjahr, während sie bei Männern dieser Altersgruppe langsamer stieg.
Beim AMS Niederösterreich galten mit Stand Ende Oktober 2026 genau 7.562 Frauen über 50 als arbeitslos. Landesweit über alle Altersgruppen hinweg stieg die Arbeitslosigkeit von Frauen um 9,6 % beziehungsweise um 1.963 Personen.
Warum setzt die Erlebnisgärtnerei Schiltern auf ältere Mitarbeiter?
Geschäftsführer Reinhard Kittenberger zufolge zählen in der Erlebnisgärtnerei Schiltern etwa 30 Beschäftigte zur Altersgruppe über 50 Jahre. Kittenberger bezeichnet die Berufserfahrung dieser Beschäftigten als unersetzlich für den Betrieb.
Am Arbeitsmarkt in Niederösterreich zeigen sich mehrere Entwicklungen gleichzeitig. Dazu zählen:
- Beim AMS Niederösterreich waren mit Stand Ende Oktober 2026 noch 11.875 Stellen offen, was einem Minus von 5,4 % im Jahresvergleich entspricht.
- 8.016 Personen galten als Langzeitarbeitslose, ein Anstieg von gut einem Viertel gegenüber dem Vorjahr.
- Fast die Hälfte der Langzeitarbeitslosen hatte nach Angaben von AMS-Sprecherin Sandra Kern gesundheitliche Probleme.
- 1.102 Lehrstellen waren offen, um 4,4 % mehr als im Vorjahr.
Welche Rolle spielen Weiterbildung und Digitalisierung?
Ihrer Einschätzung nach wird der Zugang zu Weiterbildung für ältere Beschäftigte dadurch immer wichtiger.
Zugleich hält sie altersgerechte Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitszeitmodelle und betriebliche Gesundheitsförderung für zentral, damit ältere Arbeitnehmer im Erwerbsleben bleiben können. Darüber hinaus rechnet das AMS Niederösterreich damit, dass die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in der Region auf lange Sicht sinken wird.
Für Betriebe und Beschäftigte in Niederösterreich dürfte damit der Zugang zu Weiterbildung und altersgerechten Arbeitsbedingungen in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen.
Ähnliche Berichte
Ganz Österreich · Insolvenzen & Schließungen
Depot schließt alle Filialen in Österreich: Warum Rabatte beim Abverkauf jetzt gefährlich sind
Unternehmen & Handel
20.000 Motorräder pro Jahr: KTM baut Produktion in Brasilien massiv aus
Unternehmen & Handel



