Zum Inhalt springen

Tirol · Digital & Handy

Brenner-Basistunnel: Warum der Tunnelbau trotz Hackerangriffs weiterläuft

Nach Angaben der Betreibergesellschaft BBT SE sollen die Angreifer bereits Mitte Oktober 2026 zugeschlagen haben, die erbeuteten Daten tauchten später im Darknet auf.

Verantwortliche Person: Lena Sommer
Serverraum mit blinkenden Netzwerkkabeln symbolisiert den Hackerangriff auf den Brenner-Basistunnel – Foto: 652234 / Pixabay
Foto: 652234 / Pixabay

Die Betreibergesellschaft des Brenner-Basistunnels, die BBT SE, ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Nach Bekanntwerden des Angriffs isolierte das Unternehmen die betroffene Datenquelle. Nach Kenntnisstand der BBT SE laufen die Bauarbeiten am Tunnel unverändert weiter.

Der Angriff reiht sich in eine Serie von Cyberattacken auf Infrastrukturbetreiber ein. Besonders brisant: Die mutmaßlichen Täter gelten als Teil eines international agierenden Erpressernetzwerks, das gezielt auf große Bauprojekte und Behörden zielt.

Wer steckt hinter dem Angriff?

Als Urheber der Attacke macht die BBT SE die Hackergruppe Everest aus, die Sicherheitsexperten dem russischsprachigen Cybercrime-Umfeld zuordnen. Die Gruppe soll den Angriff Mitte Oktober 2026 durchgeführt haben. Nach Einschätzung des Sicherheitsunternehmens ZeroFox besteht die Masche von Everest darin, Daten zu stehlen, Geldforderungen zu stellen und mit deren Veröffentlichung zu drohen.

Die gestohlenen Daten erschienen demnach später auf einer Plattform im Darknet. Ob die Täter bereits Lösegeld gefordert haben, ob Verhandlungen laufen oder ob Zahlungen erfolgt sind, ließ die BBT SE auf Nachfrage offen.

Welche Daten sind betroffen?

Nach Angaben der BBT SE gelangten die Angreifer auf Daten des Unternehmens zu. Welche Informationen konkret entwendet wurden, ist derzeit unklar. Auch das tatsächliche Ausmaß des Eindringens in die IT-Infrastruktur lässt sich nach jetzigem Stand nicht beziffern.

  • Die BBT SE aktivierte unmittelbar nach dem Angriff ihre Sicherheitsprotokolle.
  • Das Unternehmen beauftragte externe Cyberexperten mit der Analyse des Vorfalls.
  • Die zuständigen Behörden wurden über den Angriff informiert.
  • Derzeit klärt die BBT SE ab, auf welchem Weg sich die Angreifer Zutritt zu den Systemen verschaffen konnten.

Für Pendler und Reisende, die künftig den Brenner-Basistunnel nutzen werden, ändert der Vorfall nach jetzigem Stand nichts am Zeitplan des Bauprojekts. Offen bleibt, ob personenbezogene Daten von Beschäftigten oder Partnerfirmen unter den entwendeten Informationen sind.

Wie es weitergeht

Die BBT SE lässt den Angriff derzeit von beauftragten Cyberexperten aufarbeiten. Das Unternehmen prüft weiterhin, über welchen Weg die Angreifer Zugriff auf die Systeme erhielten und welche Folgen der Vorfall tatsächlich hat. Bis zu konkreten Ergebnissen bleibt unklar, ob und in welchem Umfang betroffene Personen oder Unternehmen informiert werden.

Neues aus TirolAlle Meldungen aus Tirol auf einer Seite

Ähnliche Berichte