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Gentherapie Zolgensma: Neun Kinder erkrankten nach der Behandlung an Tumoren
Bei neun Kindern traten nach der Zolgensma-Behandlung Tumore auf, in zwei Fällen fand sich Erbgut des Therapie-Vektors im Tumorgewebe.
Novartis meldet neun Fälle von Tumorerkrankungen bei Kindern, die weltweit im Rahmen einer Behandlung mit der Gentherapie Zolgensma gegen spinale Muskelatrophie aufgetreten sind. In zwei Fällen fand sich genetisches Material des verwendeten Transportvektors im Erbgut der Kinder. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Behandlung und den Tumoren ist bislang nicht bewiesen.
Spinale Muskelatrophie ist eine seltene Erbkrankheit, bei der Nervenzellen absterben und die Muskulatur zunehmend schwächer wird. Betroffene Kinder erhalten Zolgensma vor dem zweiten Lebensjahr einmalig per Infusion; dabei gelangt eine intakte Version des fehlerhaften Gens in die Zellen. Das Mittel gilt seit seiner Erstzulassung 2019 als wichtiger Fortschritt in der Behandlung der Krankheit.
Wen betrifft die Meldung?
Seit der Zulassung 2019 wurden weltweit mehr als 6.000 Patientinnen und Patienten mit Zolgensma behandelt, wie Novartis mitteilt. Diese Zahl umfasst sowohl klinische Studien als auch spezielle Zugangsprogramme für Familien. Von den neun gemeldeten Tumorfällen wurden bislang erst drei näher untersucht.
Bei einem dieser drei Fälle dürfte nach Einschätzung der Patientenorganisation SMA UK kein Zusammenhang mit der Therapie bestehen. Zu den übrigen beiden untersuchten Fällen liegen noch keine abschließenden Ergebnisse vor. Die beiden Kinder, bei denen Vektor-DNA im Erbgut nachgewiesen wurde, werden derzeit medizinisch behandelt und beobachtet.
Was steckt hinter dem möglichen Risiko?
Dass sich durch den Einbau von Vektor-DNA ins Erbgut möglicherweise Tumore bilden können, steht bereits als Hinweis in der Fachinformation des Präparats. Es handelt sich damit nicht um eine völlig neue Erkenntnis, sondern um ein bekanntes, bislang aber selten beobachtetes Risiko. Novartis erklärt, man werte fortlaufend neue Sicherheitsinformationen aus und überprüfe gemeldete Fälle.
- Zolgensma erhielt 2019 seine Erstzulassung und galt damals als das teuerste Medikament weltweit.
- Der Preis lag bei Markteinführung je nach Land und Region bei rund 2,1 Millionen US-Dollar pro Behandlung.
Wie geht es weiter?
Novartis kündigt an, die Sicherheitsdaten weiter auszuwerten und zusätzliche gemeldete Fälle zu prüfen. Ob und wie sich die Untersuchung der restlichen sechs Tumorfälle auf die Fachinformation oder die Anwendung des Medikaments auswirkt, ist derzeit offen.
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