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60.000 Kubikmeter Schlamm: Wie der Neusiedler See zum Baustofflieferanten wird

Jährlich werden rund 60.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Neusiedler See gebaggert – bislang meist als Abfall. Forscher der TU Graz zeigen nun, wie daraus Ziegel, Kühlwände und sogar ein künftiges Musterhaus entstehen könnten.

Foto: jarmoluk / Pixabay
Foto: jarmoluk / Pixabay · Symbolbild, KI-erzeugt

An der TU Graz wird erforscht, wie sich Schlamm aus dem Neusiedler See im 3D-Druck für die Baubranche nutzen lässt. Gemeinsam mit der Forschung Burgenland entstehen daraus Prototypen für Ziegel oder Kühlwände. Das Material stammt aus der regulären Gewässerpflege durch die Seemanagement Burgenland GmbH, die jährlich rund 60.000 Kubikmeter Sediment und 10.000 Kubikmeter Altschilf entnimmt. Neben der etablierten Verwertung als landwirtschaftlicher Bodenhilfsstoff soll das Projekt eine neue, nachhaltige Nutzungsmethode etablieren.

Wie der Baustoff entsteht

Der getrocknete Schlamm wird mittels 3D-Druck zu Baumaterialien verarbeitet. Aus Keramikwürfeln von etwa 23 Zentimetern Größe bauen die Forscher Kühlwände, die durch ihre natürliche Porosität Wasser aufnehmen und langsam wieder abgeben.

Das Shape Lab der TU Graz hat für sein 3D-Druckverfahren mit Ton bereits ein Patent erhalten.

Ausstellung in Winden

Bereits jetzt lassen sich erste Umsetzungen besichtigen: Beim Freilichtmuseum Wander Bertoni in Winden macht die Installation „Schilfraum“ die neuen Potenziale sichtbar. Das begehbare Bauwerk dient als Ausstellungsraum: Im Inneren veranschaulichen Prototypen und Modelle, wie aus den See-Rohstoffen künftig Bauwerke wie Vogelbeobachtungshütten, Pavillons oder Rastplätze realisiert werden können.

Perspektive für die Region

Für 2027 ist ein weiteres Projekt geplant: Forschung Burgenland will ein kleines Musterhaus aus regionalen Materialien bauen, bei dem Schilf und Schlamm als Baustoffe zum Einsatz kommen sollen. Das Haus soll langfristig mehr CO₂ speichern, als bei seinem Bau freigesetzt wird.

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