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Kraftsport in Österreich: Warum sich immer mehr junge Trainierende verletzen

Binnen weniger Jahre sind die Kraftsport-Verletzungen in Österreich um 70 % gestiegen, besonders junge Erwachsene sind betroffen.

Foto: stevepb / Pixabay
Foto: stevepb / Pixabay · Symbolbild, KI-erzeugt

In Österreich wurden 2025 nach Kraftsport-Unfällen schätzungsweise 3.300 Menschen in Spitälern versorgt. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) meldet damit einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren. Mehr als die Hälfte der Verletzten war unter 30 Jahre alt.

Der Trend zeigt sich auch im Vergleich der Jahresdurchschnitte: Zwischen 2016 und 2019 wurden laut KFV im Schnitt rund 2.000 Personen pro Jahr nach Kraftsport-Unfällen stationär behandelt, zwischen 2022 und 2025 waren es im Schnitt bereits rund 3.400. Das entspricht einem Anstieg von etwa 70 %.

Wen es betrifft: Junge Erwachsene besonders häufig verletzt

waren 52 % der spitalsbehandelten Kraftsport-Verletzten zwischen 15 und 29 Jahre alt. Die größte Teilgruppe bildeten dabei die 20- bis 24-Jährigen mit einem Anteil von 22 %; dahinter folgten die 15- bis 19-Jährigen mit 16 % sowie die 25- bis 29-Jährigen mit einem Anteil von etwa jedem Siebten.

Am häufigsten betroffen sind demnach Hände, Füße, Schultern und Knie. Bei den Verletzungsarten überwiegen mit 44 % Muskel- und Sehnenverletzungen, gefolgt von Knochenbrüchen mit 41 %.

Die Hintergründe: Mehr Fitnessstudio-Mitglieder, mehr Unfälle

Parallel zum Anstieg der Verletzungen ist auch die Zahl der Fitnessstudio-Mitglieder gewachsen. Wie der Fachverband Freizeit- und Sportbetriebe der WKO mitteilt, kletterte die Mitgliederzahl in heimischen Fitness- und Gesundheitsanlagen von etwa 1,13 Millionen 2022 auf rund 1,35 Millionen 2025 – ein Zuwachs von ungefähr 19 %.

Als Unfallursachen nennt das KFV unter anderem akute Überlastung, falsche Bewegungsausführung, Stürze von Trainingsgeräten sowie nicht ausreichend gesicherte oder falsch abgelegte Gewichte.

Nach Einschätzung von Johanna Trauner-Karner, die beim KFV den Bereich Sport- und Freizeitsicherheit leitet, tragen soziale Medien und Fitness-Influencer mit dazu bei, dass junge Menschen häufiger und intensiver trainieren. Zudem erhöhe unzureichende Erholung nach ihrer Einschätzung das Risiko für Überlastungen und Verletzungen.

Was Betroffene jetzt wissen müssen

Trauner-Karner betont, dass der Trend zu mehr Kraftsport grundsätzlich positiv zu sehen ist. Wichtig sei vor allem eine saubere Technik: demnach sollte das Gewicht immer nur so weit erhöht werden, wie die Übung noch sauber und beherrscht ausgeführt werden kann.

  • Gewichte nur so weit steigern, dass die Bewegung kontrolliert bleibt.
  • Bei Einsteigern und Fortgeschrittenen kann professionelle Anleitung Fehler frühzeitig erkennen helfen.
  • Ausreichende Erholung zwischen den Trainingseinheiten einplanen.
  • Bei intensiven Gruppenworkouts besteht laut Trauner-Karner die Gefahr, dass ermüdete Personen komplexe Bewegungen schlechter kontrollieren.
  • Körperliche Warnsignale ernst nehmen und das Training im Zweifel rechtzeitig unterbrechen.

Wie es weitergeht

Mit der steigenden Zahl an Fitnessstudio-Mitgliedern rechnet das KFV weiterhin mit einem hohen Niveau an Kraftsport-Verletzungen, sofern sich am Trainingsverhalten nichts ändert. Wer die Hinweise zur korrekten Ausführung und ausreichenden Erholung beachtet, senkt demnach sein persönliches Risiko deutlich.

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